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Die 10 grössten Albträume für Masters-of-the-Universe-Sammler (Teil 2)

Nervenkrieg! Drama! Dämliche Design-Ideen! Weiter geht’s mit der nerdig-nostalgisch-neurotischen Liste der am frustrierendsten zu sammelnden Masters-of-the-Universe-Spielzeuge:

5) Die Aufkleber und Flügel des Wind Raiders

10MotU-WindRaider-FlügelAufkleber

Der Wind Raider war eines der ersten und beliebtesten Fahrzeuge der Reihe. Er bot Platz für eine Figur, hatte eine funktionierende Seilwinde und man konnte damit super durchs Kinderzimmer fliegen, wenn man die richtigen Motorengeräusche dazu gemacht hat (wichtig!). Man sollte meinen, dass dann heute noch genug Wind Raider in der Weltgeschichte herumschweben sollten, aber erstens erinnern sich heute jede Menge Masters-Fans an den Flieger und wollen deswegen auch einen haben, was ihn relativ selten macht, und zweitens haben die meisten der Dinger harte Schlachten durchlebt. Die insgesamt 15 teils filigranen Aufkleber waren nicht dafür ausgelegt und sind oft abgerieben, zerrissen oder fehlen ganz.

Noch schlimmer sieht es bei den Flügeln aus, die so idiotisch designt wurden, dass sie bei fast allen Wind Raidern, die man heute findet, entweder nicht mehr im Rumpf halten, weil sie ausgeleiert sind, oder tiefe Risse in den Tragflächen haben, weil ungeduldige Kinderhände sie zu drehen versucht haben, oder gleich komplett abgebrochen sind.

4) Das Aufkleber-Banner von Castle Grayskull

10MotU-CastleGrayskull-Banner

Castle Grayskull war eines der am besten gestalteten Spielzeuge seiner Zeit, ein Overkill an grandiosen Ideen und Zubehör. Es gibt Bilder des ersten Prototyps, auf denen zu sehen ist, dass die „Burg der Zeitlosen“ in diesem Stadium sogar noch ein weitaus ambitionierteres Projekt war. Viele der Features wurden im Laufe der Produktion gestrichen, wie zum Beispiel eine Spielmatte mit dem aufgedruckten Burggraben, auf die man die Burg stellen konnte. Andere Elemente wie eine in der Ecke stehende Roboter-Ritterrüstung wurden zwar umgesetzt, aber – und hier wird es bereits tendenziell frustrierend – als Papp-Aufsteller.

Ein kleinteiliges Plastikspielzeug, das auf herumtobende fünf- bis zehnjährige Chaos-Bälger ausgelegt ist, nach dreißig Jahren in gutem Zustand zu bekommen, ist schon schwierig genug. Wenn noch eine Reihe von Pappteilen dazu kommt, die ausbleichen, aufweichen, reißen oder vom Familienhamster gegessen werden können, macht das die Sache nicht einfacher, aber wenn das alles wäre, wär’s ja halb so wild, nein: Mattel hielt es für eine tolle Idee, ein Banner in den Thronsaal zu hängen. Und das ist nicht aus Pappe, sondern ein Aufkleber, der aber nur an der oberen Kante irgendwo dran pappt. Der Rest der millimeterbruchteildünnen Fahne ist eine einzige, riesige, frei schwingende Klebefläche, die natürlich einen halben Teppich absorbierte, sich an allem, was greifbar war, verhedderte (inklusive an sich selbst) und schlussendlich meistens im Müll landete.

3) Die Flip-Track-Gummis

10MotU-FlipTrack-Gummis

Der Flip Track ist kein besonders häufiges Fahrzeug, denn er war eines der ersten überhaupt und, als der große Masters-Hype dann losging, bereits nicht mehr im Handel. Genau wie beim Wind Raider (und sowieso bei allen der frühen Fahrzeuge) setzten die Designer dort, wo das Budget für Details oder aufgemalte Farben fehlte, auf Aufkleber, die die Erkundungsfahrten im Sandkasten oft nicht überstanden. Irgendwo dort zwischen vergessenen Förmchen und Katzenkacke liegen vermutlich auch heute noch zahllose Flip-Track-Batteriedeckel und -Anschnallgurte, die beide aus irgendwelchen Gründen sehr anfällig dafür waren, spurlos zu verschwinden.

Nichtsdestotrotz sind das Nervigste die Gummis, die der besseren Bodenhaftung willen um die Fahrzeug“ketten“ gespannt waren. Das Material ist in den letzten dreißig Jahren fast ohne Ausnahme porös geworden und bröckelt selbst bei guter Pflege gnadenlos weg, als wollte es uns mit unserer eigenen Vergänglichkeit konfrontieren.

 2) Die Handschellen von Snake Mountain

10MotU-SnakeMountain-Ketten

Skeletors Festung war nur so vollgestopft mit coolen Spielmöglichkeiten: es gab zum Beispiel eine Falltür, ein Steinmonster mit beweglichem Kiefer und ein Mikrofon in Form eines Wolfskopfs, das die Stimme verzerrte. Der zum Mikro gehörende Batteriedeckel fehlt oft und die Aufkleber am Boden der Burg sind nicht selten schief aufgeklebt und vom wütend herumhüpfenden Herrscher der Unterwelt knitterig getrampelt, aber der eigentliche Albtraum ist die Nische, in der man Teela an den Felsen ketten konnte (oder jede andere Figur, aber hey, meistens war es halt die leicht bekleidete Frau. Wir waren keine zehn Jahre alt, aber wir wussten durchaus, was uns gefällt).

Die Ketten mit den Handschellen am Ende waren leider keine wirklichen Ketten, sondern ziemlich dünne, ziemlich unflexible Plastikdinger, die grundsätzlich an der Basis abbrachen. Heute dürften neun von zehn Snake Mountains kaputte Ketten haben. Wenn sie abgerissen beiliegen oder unbeholfen wieder angeklebt wurden, hat man noch Glück gehabt, meistens sind sie schlicht im Dunkel der Kindheitsgeschichte verschwunden.

1) Die Monorail-Schienen von Eternia

10MotU-Eternia-Schienen

Eternia ist der heilige Gral eines jeden Masters-Sammlers: ein gigantisches Playset zahlreicher Superlative, das gut und gerne einen Quadratmeter Standfläche frisst, und das einem einen ganz guten Eindruck von der Megalomanie des Franchises auf seinem absoluten Höhepunkt verschafft. Eternia dürfte bis heute eines der größten Sets sein, das je zu irgendeiner Actionfigurenserie veröffentlicht wurde, und eines der teuersten obendrein. Niemand, wirklich niemand hatte das damals, weil es völlig außerhalb der Preisklasse war, in der die meisten Eltern ihre Blagen mit Spielkram versorgten. Ich habe die Burg mit den drei Türmen und der funktionierenden Monorail-Bahn bis heute nie mit eigenen Augen gesehen, weil sie entsprechend selten ist, und was damals schon einen dreistelligen DM-Preis hatte, hat heute einen vierstelligen in Euro.

Wenn man den denn dann wirklich berappt hat, kann man sich fast sicher sein, dass was fehlt. Einige Teile sind geradezu berüchtigt häufig futsch, aber das größte Problem sind die Schienen der Monorail-Bahn, die beim Zusammenbau brutal zusammenschnappen und an den Konnektoren eigentlich fast immer irgendeine Bruchstelle haben. Wenn sie tatsächlich mal heile sind, macht es das nicht besser, denn dann darf man sich überlegen, ob man es nun wirklich wagen möchte, eine Antiquität, für deren Gegenwert man prima mit der Frau in Urlaub hätte fahren können, im wahrsten Sinne des Wortes auf eine Zerreisprobe zu stellen.

Erfahrene Sammler warnen regelmäßig, beim Zusammenbauen der Schienen äußerste Vorsicht walten zu lassen und das Plastik zumindest einzufetten oder mit einem Fön zu erwärmen, um Katastrophen vorzubeugen. Selbst wenn man diesen Nervenkrieg überlebt, kann es noch haarig werden, wenn der Nerd-Bunker dann irgendwann mal umziehen soll: transportiert man die Burg aufgebaut, geht man das Risiko ein, dass die Schienen unter der Belastung des Transports brechen, baut man sie auseinander und später wieder zusammen, muss man gleich zwei Mal die Macht von Grayskull anflehen, dass nichts passiert.

Die Schwarz-Weiß-Bilder in den beiden Teilen dieses Artikels stammen aus den Anleitungen der Spielzeuge, die farbigen aus den “Masters-Magazin”-Werbeheftchen, die zwischen 1985 und 1988 bei Spielzeughändlern auslagen, um leicht zu beeindruckende Bälger wie mich zu willigen Sklaven des Konsumismus zu erziehen.



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3 Kommentare

1) 3lite

19. Mai 2016, 22:26

Hi, kleine Frage..ich habe ein Eternia Playset in meinem Besitz; zu vermutlich 95%+ komplett, möglicherweise sogar 100%; mit Box. Was würde ich dafür bekommen? Außerdem massenweise bespielte Fahrzeuge (tw. mit Boxen), Figuren, und eine komplette Hörspiel MC Reihe 1-37.

2) Lukas

27. Mai 2016, 18:58

Offen gesagt: Keine Ahnung, denn das ist von vielen, vielen Faktoren abhängig, unter anderem davon, um welche Fahrzeuge es sich handelt, ob alles vollständig ist, nichts abgebrochen ist, ob es Verfärbungen gibt, ob die Aufkleber noch okay sind, ob etwaige Motoren oder Mechanismen noch sauber funktionieren, ob das Plastikfenster der Boxen eingerissen ist, ob die Boxen Knicke oder Risse haben, ob an entscheidenden Stellen Preisaufkleber pappen, ob an dem Sonntag, an dem das Zeug bei Ebay unter den Hammer soll, grade Fußball läuft, und, und, und. ;-)

3) Maher

7. September 2016, 14:41

Für mich ist der Weichmacher bei den Figuren das größte Problem Und die Beingummis die mit der Zeit Bröseln.Zubehör Teile zu bekommen ist dank Internet nicht so schwierig geworden.ich würde gerne Mint Figuren sammeln und die bekommt man meist nur in ihrer OVP Verpackungen.Nur in OVP ist das Risiko das die Figuren beim Auspacken später Klebrig werden sehr groß.Und das Geld wurde dann in den Sand gesetzt was mir vor kurzem Passiert ist.

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